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Phil Rudd

Biografie

Phil Rudd

Phil Rudd erblickt am 19. Mai 1954 in Melbourne/Australien als Phillip Hugh Norman Witschke Rudzevecuis das Licht der Welt. Über seine Jugend ist nichts weiter bekannt, nach der Schule arbeitet er als Maler und absolviert eine Lehre als Elektriker.

Schon früh interessiert er sich für’s Schlagzeugspielen und die erste Band, bei der er sich anbietet, ist eine Formation namens Charlemagne, die sich hauptsächlich auf das Spielen von Coversongs von Free, Small Faces und Humble Pie spezialisiert hat. Man beginnt die übliche Ochsentour in Cafés und bei Feten in den umliegenden Provinznestern bis sich der Gitarrist dazu entschließt, seinen Pilotenschein machen zu wollen und da ihm das mehr und mehr in Anspruch nimmt, sind die Tage von Charlemagne bald gezählt.

Um 1970 herum steigt Phil bei den Coloured Balls ein, eine Band um den späteren Rose Tattoo Sänger Gary „Angry“ Anderson, die sich 1971 in Buster Brown umbenennen. Im September 1974 erscheint das einzigste Album aus der Zeit – Something to Say – welches kürzlich, mit einigen Bonustracks angereichert, wiederveröffentlicht wurde.

Danach sucht Phil Rudd das Weite, nachdem er sich mit Management angelegt hat und steigt bei einer Band names Mad Moll ein, wo sein Mitwirken allerdings nur von kurzer Dauer ist. Kurz darauf bewirbt er sich um den freigewordenen Posten bei den Lokalmatadoren AC/DC und der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Mit Phil Rudd spielt die Band insgesamt 9 Alben ein, bevor er im Juli 1983 während der Aufnahme zu Flick of the Switch auf den Bahamas schließlich das Weite sucht.

Offiziell heißt es damals, daß er müde sei und keine Lust mehr hatte, was zumindest zum Teil auch stimmt – die eigentliche Hintergründe für die Trennung kommen erst Jahre später ans Licht. Phil, der über Bon Scott’s tragischen Tod nie so recht hinwegkam, hatte ein ernsthaftes Drogenproblem. Ian Jeffery, der damalige Tourmanager erinnert sich: „Auf der Tournee, bevor wir auf die Bahamas gingen, kam es soweit, daß in seiner Vorstellung Leute in seinem Zimmer wären und solche Sachen. Während unserer Pause vor den Aufnahmen schien er sich zusammenzureißen. Dann aber gingen wir nach Nassau und schon hing er wieder durch. Man kann sich ja vorstellen, wie es ist, wenn man viel Zeit hat und auf so einer Insel ist.“ Doch damit nicht genug, Phil bandelt als nächstes mit einer Verwandten von Malcolm an, nachdem er einem fränzösischen Mädchen, das er auch noch geschwängert hatte, dem Laufpaß gegeben hatte. „Am Ende“, so Jeffery, „gab es eine böse Auseinandersetzung zwischen Phil und einem anderen Mitglied der Band. Es kam zu Handgreiflichkeiten und zwei Stunden später setzte ich Phil in ein Flugzeug nach Hause.“

Phil sich zieht sich anschließend nach Rotorua in Neuseeland zurück, wo er sich an ein Hubschrauberunternehmen beteiligt, Auto Rennen fährt und sich ein eigenes Tonstudio einrichtet und dort jungen, aufstrebenden Bands hilfreich unter die Arme greift.

Es gibt die Theorie, daß Phil Rudd seinerzeit das Flick of the Switch Album nicht komplett eingespielt hat und laut Gerüchten hat angeblich der Gründer von Procol Harum, B.J.Wilson, die restlichen Parts übernommen. Da sich die Band incl. Phil Rudd darüber auch nach über 20 Jahren sehr, sehr bedeckt halten, wird man die ganze Wahrheit wohl nie vollständig erfahren.

Als AC/DC am 16. Dezember 1991 während der Razor’s Edge Tour in Auckland/Neuseeland spielen, wo Phil inzwischen lebt, geht dieser Backstage – das erste Treffen beider Parteien nach diesen acht langen Jahren der Trennung. Der einstige Zwist von damals ist längst vergessen und stundenlang sitzen AC/DC nach der Show mit ihrem ex Drummer zusammen und unterhält sich über die alten Zeiten. Dabei läßt Phil bei dieser Gelegenheit durchblicken, daß es für ihn durchaus in Betracht kommen würde, bei AC/DC wieder einzusteigen und sofort beginnt es in Angus verrückten Hirn zu ticken anzufangen. Musikalisch möchte man sowieso wieder zu den alten Powerage Zeiten zurückkehren, bloß fehlt dazu noch Phil.

Und als dieser und AC/DC (wegen den Vorbereitungen zum Ballbreaker Album) sich 1994 zufällig zeitgleich in London aufhalten, meldet sich dieser bei Malcolm und alles was der AC/DC Boß sagt ist „Get behind the Kick“ und somit ist das legendäre Back in Black Line Up wieder unter meinem Hut.

Diskografie

  • COLORED BALLS
    • Liberate Rock (Single - 1971-73 - AUS)
    • Mess of Blue (Single - 1971-73 - AUS)
  • BUSTER BROWN
    • Something to Say (1974 - AUS)

''Quellen: Die Information beruhen zum größten Teil auf der AC/DC Biographie von Mark Putterford und einem langen und sehr ausführlichen Interview, welches Phil Rudd einmal dem HM Magazin Rock Hard gegeben hat. Mein ausdrücklicher Dank auch an Boogie Man aus dem Forum, der mir mit seinem unglaublichen Fachwissen sehr hilfreich zur Seite stand und einige Unklarheiten aus den Weg räumen konnte.'

Artikel von Bombenleger, Foto © 2008 by Guido Karp